
Frage des Tages: Wo waren Sie, als die Mauer fiel, Herr Külow ?
Mit Kabarett-Urgestein Edgar Külow, der in der Casekower Kneipe „Zum Dorfanger" auftrat, sprach KATHRIN PUTZBACH-TIMM über Erfahrungen mit dem Uckermark-Publikum heute und vor 15 bis 20 Jahren.
- Herr Külow, welche Erinnerungen verbinden Sie mit der Uckermark?
Als die Mauer fiel, befand ich mich auf einer Festveranstaltung im PCK. Mit den Worten „Die Mauer ist offen" betrat ich die Bühne. Das löste Empörung aus in der Führungsriege und Begeisterung bei den Arbeitern.
- Unterscheidet sich das Publikum in der Hauptstadt von dem in der Provinz?
Manchmal ja, auf keinen Fall in Casekow. Dort sind wir auf ein sehr aufmerksames und intelligentes Publikum getroffen, das auch die feinen Nuancen gespürt und darauf reagiert hat.
- Wird es weitere Geschichten um Willi Koslowski, der Hauptfigur ihrer Bücher geben?
Nee, nicht umsonst heißt mein letztes Buch „Koslowski macht das Licht aus". Koslowski, das bin ja ich.
- Ein Gerücht besagt, Sie sind aus dem Krankenhaus entlassen worden?
Ich bin ja nicht mehr der Jüngste und habe seit 40 Jahren Zucker. Das geht nicht spurlos vorüber. Aber die Auftritte halten mich jung.
- Wie lange besteht die Zusammenarbeit mit Reinhold Andert?
Die gab es schon unter Stalin. Oder war das unter Lenin? Haben wir nicht schon über Trotzki geschrieben?
- Also sehr lange. Worin unterscheidet sich das Publikum von vor 20 Jahren vom heutigen?
So groß sind die Unterschiede nicht. Wir spielen dieses Programm ja nach wie vor nur im Osten Deutschlands. Im Westen würde man uns damit wohl nicht verstehen. Trotzdem soll das keine Revanchistennummer sein.